Gute Sicht mit Augenvorsorge

Das Sehen ist eine hochkomplexe Gehirnleistung. Wie wir sehen, ist ein komplizierter Verarbeitungs- und Interpretationsschlüssel. Unser Sinnesorgan “Auge” erzeugt mit Hilfe der Hornhaut, der Linse und des Glaskörpers ein verkleinertes Bild auf der Netzhaut. Licht wird von den meisten Gegenständen zurückgestrahlt und fällt durch die Hornhaut direkt in unser Auge. Dort bündelt die Linse einzelne Lichtstrahlen und reizt damit den lichtempfindlichen Empfänger auf der Netzhaut, der aus Unmengen an Sinneszellen besteht. Sinneszellen wie die Stäbchen ermöglichen das Dämmerungssehen, Zapfen hingegen farbiges Sehen. Die in unseren Sinneszellen enthaltenen Sehpigmente, das sogenannte Rhodopsin bei Stäbchen und das Jodopsin bei den Zapfen, kann man als photosensibel ansehen, da sie sich durch Licht verändern. Das Auge sendet die Informationen des verkleinerten Bildes über den Sehnerv direkt an unser Gehirn. Je besser das Auge das Bild wiedergibt, desto leichter kann unser Gehirn das Gesehene vermitteln. Ist das Bild verschwommen und unscharf, müssen die Mechanismen im Gehirn Höchstarbeit leisten.

Die Sehschärfe und der Sehwinkel

Das komplette Gesichtsfeld eines Menschen umfasst, ohne den Kopf dabei bewegen zu müssen, etwa 180 °. Ein weitreichender Blickwinkel, mit dem wir problemlos in die Ferne sehen und räumliche Abstände realistisch einschätzen können. Das Bemessen der Sehschärfe ist ein wichtiger Indikator zur Feststellung tadelloser Augenfunktionen. Vorsorgeuntersuchungen helfen dabei, einer Beeinträchtigung der Sehschärfe und des Sehwinkels vorzubeugen.

Wichtige Vorsorgeuntersuchungen

Viele Augenerkrankungen werden erst erkannt, wenn die Augen bereits geschädigt sind. Die Schwachsichtigkeit bei Kindern, die altersbedingte Makuladegeneration oder der Grüne Star. Viele Erkrankungen lassen sich bei frühzeitiger Diagnose bereits im frühen Stadium aufhalten. Augenvorsorge sollte daher schon im Kindesalter, spätestens ab dem 2. Lebensjahr, beginnen. Ab 40 Jahren sollte der regelmäßige Besuch beim Augenarzt stattfinden. Wer Diabetes hat oder zu hohem Blutdruck neigt, sollte sich jährlich einer Kontrolle der Augen unterziehen. Auch bei Nichtbestehen von Risiken ist die jährliche Augenkontrolle sinnvoll.

Altersbedingte Krankheiten der Augen können mit Hilfe zwei der wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen erkannt und durch eine rechtzeitige Operation behandelt werden.

GLAUKOM (GRÜNER STAR)

Eine heimtückische Augenerkrankung, die oft eine sehr lange Anlaufzeit hat. Dabei wird das Gesichtsfeld immer weiter eingeschränkt und führt im schlimmsten Fall, ohne medizinische Behandlung, zur Erblindung. Ab dem 40. Lebensjahr sollte einmal im Jahr der Augenarzt zur Früherkennung aufgesucht werden.

Die Basis-Glaumkomvorsorge zur Messung des Augeninnendrucks ist dabei so essentiell wie die Bestimmung der Hornhautdicke durch eine Pachymetrie. Die Augeninnendruckmessung kostet um die 20 Euro. Die Kassen übernehmen keinerlei der Kosten. Daher lassen viele Patienten diese Untersuchung nicht durchführen und wissen nicht, welchen Risiken sie sich aussetzen. Bevor man sich gegen regelmäßige Vorsorgeuntersuchung entscheidet, sollte man sich eine Beratung durch Fachärzte der Augenheilkunde nicht entgehen lassen, um über verschiedene Risiken aufgeklärt zu werden.

Die wichtigsten Glaukom-Risiken:

  • der erhöhte Augeninnendruck
  • das Alter ab 40 Jahre
  • die geringe Hornhautdicke
  • beginnende Aushöhlung des Sehnervkopfes
  • Ablagerung von Eiweißstoffen im Auge
  • starke Kurzsichtigkeit
  • familiäre Vorbelastung
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

MAKULADEGENERATION

Bei dieser Erkrankung wird das zentrale Blickfeld gestört. Zwei Millionen Menschen leiden unter dieser Krankheit. Hier gilt es ab dem 60. Lebensjahr eine jährliche Untersuchung beim Augenarzt durchführen zu lassen.

Junge Augen sollen geschützt werden – Vorsorge ist wichtig

Kinder sehen anders als die Erwachsenen. Sehstörungen werden vom Kind nicht selbst wahrgenommen. Werden Sehstörungen in jungen Jahren weder erkannt noch fachgerecht behandelt, so kann das zu einer dauerhaften Sehschwäche führen. So wie wir Erwachsene, sollten auch Kinder einmal jährlich zur Augenvoruntersuchung gehen. Wenn möglich noch vor dem ersten Geburtstag. Da sich die Augen wachstumsbedingt verändern, sind regelmäßige Kontrollen unumgänglich. Mit der sogenannten Refraktionsmessung kann schon beim Säugling das altersgerechte Heranwachsen der Augen fortlaufend beobachtet werden.

SCHWERWIEGENDEN ERKRANKUNGEN VORBEUGEN

Mit der Optischen Kohärenztomographie können schwerwiegende Erkrankungen des Augenhintergrundes festgestellt werden. Zusätzlich zur optischen Kohärenztomographie, kann mit Laserstrahl der Zustand des retinalen Pigmentepithels untersucht werden. Bei der Blue-Laser-Autofluorszent (Blue-Peak) werden schon frühzeitige Veränderungen der retinalen Pigmentepithels, wie beispielsweise bei der altersbedingten Makuladegeneration, dargestellt.
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